Die Bretagne, mit ihren dramatischen Küstenlinien, mittelalterlichen Städten und dem geheimnisvollen Hinterland, lässt sich am besten mit einem eigenen Mietwagen erkunden. Öffentliche Verkehrsmittel sind außerhalb der großen Städte oft begrenzt. Für Reisende aus Deutschland bietet die Anmietung eines Autos in Frankreich viel Freiheit und Flexibilität.
1. Das passende Fahrzeug für die Bretagne wählen
Die Straßen in der Bretagne sind generell gut ausgebaut. Auch wenn Sie sich auf malerischen Landstraßen (den sogenannten routes départementales) befinden, reicht in der Regel ein Fahrzeug der unteren oder mittleren Klasse. Große SUVs sind selten notwendig.
Empfohlene Fahrzeugklassen:
- Kleinwagen (z. B. Renault Clio, Peugeot 208): Perfekt für Paare und Städtefahrten, leicht zu parken in engen Altstädten wie Saint-Malo oder Dinan. Kosten ab 30 EUR/Tag.
- Mittelklasse (z. B. Peugeot 308, Citroën C4): Bietet mehr Komfort und Platz für Gepäck, ideal für längere Roadtrips entlang der Côte de Granit Rose. Kosten ab 45 EUR/Tag.
- Kombis/Vans: Wenn Sie mit der Familie oder viel Gepäck reisen, sind diese geräumiger. Kosten ab 60 EUR/Tag.
Wichtig: Buchen Sie insbesondere in der Hochsaison (Juli und August) frühzeitig, da die Verfügbarkeit in den beliebten Küstenregionen schnell sinkt.
2. Mietpreise und Kostenübersicht
Da die Bretagne in Frankreich liegt und Sie aus Deutschland anreisen, erfolgt die Preisangabe sowie die Bezahlung vor Ort in Euro (EUR). Konvertierungen sind hier nicht notwendig, da die Währung die gleiche ist.
Durchschnittliche Tagespreise (EUR):
| Fahrzeugtyp | Nebensaison (Okt – April) | Hochsaison (Juli – Aug) |
|---|---|---|
| Kleinwagen (z.B. Clio) | ab 30 EUR/Tag | ab 45 EUR/Tag |
| Mittelklasse (z.B. C4) | ab 45 EUR/Tag | ab 70 EUR/Tag |
| Kombi/Van | ab 60 EUR/Tag | ab 90 EUR/Tag |
Kaution und zusätzliche Kosten:

Die Mietwagenfirmen blockieren in der Regel eine Kaution auf Ihrer Kreditkarte, die je nach Fahrzeugklasse und Anbieter zwischen 800 EUR und 1.500 EUR liegen kann. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kreditlimit entsprechend hoch ist. Die Kaution wird nach Rückgabe des unbeschädigten Fahrzeugs freigegeben.
Spar-Tipp: Vermeiden Sie die Abholung an Bahnhöfen (Gare) oder Flughäfen (Aeroport) wie Rennes oder Nantes, wenn Sie können. Die Mieten sind dort aufgrund von Flughafen- und Bahnhofsgebühren oft 10–20% teurer als in Stadtbüros.
3. Fahren in der Bretagne: Regeln und Verkehr
Die Fahrweise in Frankreich ist für deutsche Autofahrer sehr vertraut. Es gelten ähnliche Regeln wie in Deutschland, mit einigen wichtigen Unterschieden.
Wichtige Verkehrsregeln in Frankreich:
- Geschwindigkeitsbegrenzungen:
- Alkoholgrenze: 0,5 Promille. Die Kontrollen sind streng.
- Warnwesten und Warndreieck: Beides muss im Fahrzeug vorhanden sein und leicht zugänglich sein. Bei einer Panne müssen Sie außerhalb geschlossener Ortschaften eine Warnweste tragen.
- Handyverbot: Das Fahren mit Kopfhörern oder Headsets ist streng verboten, auch wenn nur eine Seite belegt ist.
Maut (Péage):
Einer der großen Vorteile beim Fahren in der Bretagne ist, dass die meisten Autobahnen kostenlos sind (wie die N12 oder N165). Mautpflichtige Abschnitte sind selten. Wenn Sie aus dem Landesinneren oder von der Loire-Region anreisen, nutzen Sie am besten die gelben Mautspuren („Péage“) an den Mautstellen.
4. Dokumente und Anforderungen für Deutsche Touristen
Als deutscher Staatsbürger und EU-Bürger ist die Anmietung unkompliziert. Sie benötigen lediglich folgende Papiere:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass (Für die Identifikation).
- Gültiger nationaler EU-Führerschein (Der deutsche Führerschein ist in Frankreich uneingeschränkt gültig).
- Kreditkarte (Auf den Namen des Hauptfahrers lautend, für die Kaution).
- Voucher/Bestätigung der Buchung.

Das Mindestalter für die Anmietung liegt meist bei 21 Jahren, wobei jüngere Fahrer (21–25 Jahre) fast immer eine zusätzliche Gebühr für junge Fahrer zahlen müssen.
5. Versicherung – Welche Deckung ist sinnvoll?
In Frankreich ist eine Haftpflichtversicherung (Assurance aux tiers) gesetzlich vorgeschrieben und immer im Mietpreis enthalten. Diese deckt Schäden an Dritten ab. Für Schäden am eigenen Mietwagen benötigen Sie jedoch eine zusätzliche Absicherung.
Empfehlungen für deutsche Reisende:
- Vollkasko ohne Selbstbeteiligung (CDW/LDW Zero Deductible): Dies ist die sicherste Option. Sie deckt die Kosten für Schäden am Mietwagen ab, ohne dass Sie im Schadensfall zahlen müssen. Durch die schmalen Gassen und engen Parkplätze in der Bretagne ist diese Option sehr ratsam.
- Diebstahlschutz (Theft Protection, TP): Ebenfalls meist integriert, senkt aber oft die Selbstbeteiligung im Falle eines Diebstahls.
- Glas- und Reifenschutz: Die kleinen Landstraßen und Schotterwege zu Stränden erhöhen das Risiko von Reifenschäden. Eine separate Deckung kann hier sinnvoll sein.
Tipp: Überprüfen Sie, ob Ihre private Kreditkarte oder Reiseversicherung bereits eine Mietwagen-Vollkasko beinhaltet. Dies kann Ihnen helfen, doppelte Kosten beim Autovermieter zu vermeiden.
6. Die besten Routen mit dem Mietwagen
Die Bretagne ist ideal für Roadtrips. Mit dem Mietwagen sind Sie flexibel genug, um die Gezeiten zu beobachten oder spontan an einem Austernstand in Cancale Halt zu machen.
- Route der Korsaren und Fischer: Fahren Sie von Rennes in Richtung Norden nach Saint-Malo, der beeindruckenden Festungsstadt, und dann entlang der Küste nach Dinan und Dinard. (Weitere Informationen zur Region auf tourismus-bretagne.com)
- Die rosa Granitküste (Côte de Granit Rose): Ein Muss. Starten Sie in Ploumanac’h und fahren Sie über Perros-Guirec, um die einzigartigen Felsformationen zu bestaunen. Die Parkplätze in den Küstenorten können im Sommer sehr voll werden.
- Pointe du Raz: Besuchen Sie den westlichsten Punkt Frankreichs mit atemberaubender Aussicht auf den Atlantik.
| bretagnecoast.jpg“ alt=“Fahrer blickt auf die rosa Granitküste in der Bretagne bei Ploumanac’h“/> | saintmalo.jpg“ alt=“Blick auf die historische Stadtmauer von Saint-Malo, Bretagne“/> |
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7. Tanken und Kraftstoff in Frankreich
In Frankreich ist Blei- und bleifreies Benzin (Essence) sowie Diesel (Gasoil oder Gazole) verfügbar. Achten Sie auf die richtige Zapfsäule. Das Benzin SP95 oder SP98 ist bleifrei. E10 ist weit verbreitet.
Tankstellen an Autobahnen sind oft teurer. Wenn möglich, tanken Sie an Leclerc, Carrefour oder anderen Supermarktketten, die Kraftstoff oft zu deutlich günstigeren Preisen anbieten. Außerhalb der Großstädte sind viele kleine Tankstellen am Sonntag geschlossen oder akzeptieren nur Kreditkarten an Automaten. Stellen Sie sicher, dass Ihre Karte in Frankreich funktioniert, oder füllen Sie den Tank unter der Woche auf.

