Kanaren-Roadtrip: So mieten Sie günstig und sicher ein Auto auf Teneriffa, Gran Canaria & Co.

Die Kanarischen Inseln – sei es Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura oder Lanzarote – lassen sich am besten mit einem eigenen Mietwagen erkunden. Die abwechslungsreichen Landschaften, von vulkanischen Parks bis zu goldenen Stränden, sind oft über gut ausgebaute Straßen verbunden. Als Reisender aus Deutschland sollten Sie jedoch einige Besonderheiten beachten, damit Ihr Urlaub reibungslos verläuft.

Benötigte Dokumente und Altersbestimmungen

Als Bürger der Europäischen Union benötigen Sie für die Anmietung auf den Kanaren (Spanien) lediglich Ihren gültigen Personalausweis oder Reisepass sowie einen gültigen nationalen Führerschein (Klasse B ist in der Regel ausreichend). Ein internationaler Führerschein ist nicht erforderlich.

Wichtige Voraussetzungen:

  • Mindestalter: Die meisten Vermieter setzen ein Mindestalter von 21 Jahren voraus. Für bestimmte Fahrzeugkategorien (z.B. große SUVs oder Luxusautos) kann das Alter auf 25 Jahre angehoben werden.
  • Führerscheinbesitz: Sie müssen Ihren Führerschein in der Regel seit mindestens einem Jahr besitzen.

Kosten und Preisgestaltung auf den Kanaren

Generell sind die Mietwagenpreise auf den Kanaren im europäischen Vergleich sehr moderat, steigen aber während der Hauptsaison (Wintermonate und Sommerferien) deutlich an. Die lokale Währung ist der Euro (EUR), da die Inseln zu Spanien gehören.

Durchschnittliche Tagespreise (EUR):

Um Ihnen eine Vorstellung zu geben, wie die Kosten während der Nebensaison aussehen können (Preise in EUR/Tag, Stand 2025):

Fahrzeugkategorie Nebensaison (EUR/Tag) Hochsaison (EUR/Tag)
Kleinstwagen (z.B. Fiat 500) ab 15 EUR ab 30 EUR
Kleinwagen (z.B. VW Polo) ab 20 EUR ab 40 EUR
Mittelklasse (z.B. Seat Leon) ab 25 EUR ab 55 EUR
SUV (für unbefestigte Wege) ab 35 EUR ab 70 EUR

Tipps zur Kostensenkung:

  1. Früh buchen: Buchen Sie mindestens 4 bis 6 Wochen im Voraus, besonders wenn Sie in der Hochsaison reisen.
  2. Längere Mietdauer: Eine Tagesmiete ist im Verhältnis teurer als eine Wochenmiete. Eine Woche Mietdauer ist meist die kostengünstigste Option pro Tag.
  3. Abholung und Rückgabe: Die Abholung direkt am Flughafen (z. B. Teneriffa Süd – TFS oder Gran Canaria – LPA) ist oft die bequemste Option, kann aber minimal teurer sein als eine Station in der Stadt.
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Kaution und Bezahlung

Die Kaution (Fianza) kann je nach Fahrzeugtyp zwischen 300 EUR und 1.500 EUR betragen. Fast alle großen Vermieter auf den Kanaren verlangen zur Hinterlegung der Kaution eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers. Debitkarten (EC-Karten) oder Bargeld werden nur sehr selten akzeptiert, oft nur bei lokalen, kleineren Anbietern, was jedoch mit höheren Risiken verbunden sein kann.

Versicherungsfragen und spanisches Recht

In Spanien ist mindestens eine Haftpflichtversicherung (Seguro Obligatorio) gesetzlich vorgeschrieben und immer im Mietpreis enthalten. Sie deckt Schäden ab, die Sie Dritten zufügen. Für Reisende aus Deutschland empfiehlt sich jedoch ein umfassender Schutz, da die Deckungssummen der Mindesthaftpflicht nicht immer ausreichen.

Empfohlene Deckungen:

Vollkaskoversicherung (CDW): Deckt Schäden am Mietfahrzeug ab. Achten Sie darauf, dass der Selbstbehalt (Franquicia*) entweder sehr niedrig oder idealerweise auf 0 EUR reduziert ist (Vollkasko ohne Selbstbehalt).

  • Diebstahlschutz (TP): Meist in der CDW enthalten.
  • Glas- und Reifenschutz: Da die Straßen auf den Inseln, insbesondere im Gebirge oder auf den unbefestigten Pisten (z. B. auf Fuerteventura), Reifen- und Glasschäden begünstigen, ist diese Zusatzoption sehr ratsam.

Vor Ort versuchen die Vermieter oft, Sie zum Abschluss einer Zusatzversicherung zu bewegen. Prüfen Sie vorher genau, welche Leistungen bereits über Ihre Online-Buchung abgedeckt sind (z.B. durch Ihre Kreditkarte oder einen deutschen Reiseversicherer).

Verkehrsregeln und Fahrbedingungen

Die Kanarischen Inseln folgen den spanischen Verkehrsregeln. Diese sind denen in Deutschland sehr ähnlich, jedoch gibt es einige lokale Besonderheiten:

Geschwindigkeitsbegrenzungen (Spanien)

  • Innerorts: 50 km/h (Achtung: In engen Wohngebieten oder verkehrsberuhigten Zonen oft nur 20 oder 30 km/h).
  • Außerorts: 90 km/h.
  • Autobahnen (Autopistas): 120 km/h (Auf Teneriffa ist dies die TF-1, auf Gran Canaria die GC-1).

Kontrollen sind auf den Autobahnen häufig, achten Sie also genau auf die beschilderten Geschwindigkeitsangaben. Außerdem gibt es auf den Inseln viele Kreisverkehre, in denen die Spanier tendenziell sehr schnell fahren.

Mautstraßen

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Ein großer Vorteil: Auf den Kanarischen Inseln gibt es keine Mautstraßen (Autopistas de peaje).

Parken und Zonen

Das Parken kann in Ballungszentren, besonders in Santa Cruz de Tenerife oder Las Palmas de Gran Canaria, schwierig sein. Achten Sie auf folgende Markierungen:

Blaue Zonen (Zona azul*): Parken ist zeitlich begrenzt und gebührenpflichtig. Sie müssen ein Ticket lösen.
Weiße Zonen (Zona blanca*): Kostenloses Parken, aber oft nur für Anwohner oder schwer zu finden.

  • Gelbe Linien: Absolutes Halteverbot (oft in der Nähe von Bushaltestellen oder Kreuzungen).

Nutzen Sie in Städten am besten öffentliche Parkhäuser (Parking público).

Besondere Empfehlungen für Mietwagenmodelle

Für Fahrten auf den Bergstraßen der Inseln (z.B. zum Teide auf Teneriffa oder in die Barrancos von Gran Canaria) empfiehlt sich ein Fahrzeug mit ausreichend Motorleistung – ein Kleinwagen mit 60 PS kann hier an seine Grenzen stoßen. Ein kompakter SUV oder ein Mittelklassewagen bietet mehr Komfort und Sicherheit auf den kurvigen Strecken.

Tanken und Tankregelung

Die Kraftstoffpreise auf den Kanaren sind aufgrund des Sonderstatus historisch günstiger als auf dem spanischen Festland oder in Deutschland, liegen aber aktuell bei etwa 1,50 EUR/Liter für Benzin. Beim Anmieten sollten Sie die Tankregelung beachten:

  • Full-to-Full (Voll/Voll): Dies ist die fairste und meistens günstigste Regelung. Sie übernehmen das Auto vollgetankt und geben es vollgetankt zurück.
  • Full-to-Empty (Voll/Leer): Hierbei zahlen Sie vorab einen vollen Tank, auch wenn Sie ihn nicht komplett leer fahren. Meiden Sie diese Option, da der abgenommene Treibstoff in der Regel überteuert ist.

Traumrouten mit dem Mietwagen

Ein Mietwagen eröffnet Ihnen die schönsten Ecken der Inseln:

  • Teneriffa: Fahren Sie die TF-21 hinauf zum Teide-Nationalpark und genießen Sie die mondähnliche Landschaft. Ein Ausflug zur Nordküste, etwa nach Garachico, lohnt sich ebenfalls.
  • Gran Canaria: Die GC-200 entlang der Westküste bietet atemberaubende Ausblicke auf Steilküsten und kleine Bergdörfer (oft anspruchsvolle Fahrstrecke).
  • Fuerteventura: Erkunden Sie die Strände von Jandía und die Wüstenlandschaft im Norden. Hier sind Strecken über unbefestigte Pisten möglich; prüfen Sie vorab, ob diese laut Versicherungsbedingungen befahren werden dürfen.
  • Lanzarote: Die Route durch den Timanfaya-Nationalpark ist ein Muss, ebenso wie die Weinanbauregion La Geria.

Die Unabhängigkeit, die Ihnen ein Mietwagen auf den Kanarischen Inseln bietet, ist unbezahlbar, um die einzigartigen Naturwunder jenseits der großen Touristenzentren zu entdecken.

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