Die Bremsen meines grauen Suzuki Vitara knackten leise vor Hitze, als ich den Wagen auf dem staubigen Ausweichplatz hoch oben im Biokovo-Gebirge abstellte. Tief unter mir schimmerte die Adria in einem satten Türkis, während sich die Felsen der Makarska-Riviera fast senkrecht im Meer verloren. Ich hatte das Auto am Vortag abgeholt, um der Enge der Küstenorte zu entkommen und die steilen Serpentinen hinauf zum Skywalk zu meistern. Eine Entscheidung, die sich spätestens jetzt auszahlte.
Mietwagen-Anbieter an der Makarska-Riviera im Vergleich
Für die Anmietung direkt an der Makarska-Riviera zeigt sich bei den Vermittlern ein sehr klares Bild. Da physische Stationen in den kleineren Küstenorte rar gesät sind, sticht ein Portal für deutsche Urlauber hervor:
- №1 — DiscoverCars (Bewertung: 4.6/5): Wer direkt in Makarska Downtown oder der näheren Umgebung ein Auto übernehmen möchte, greift am besten zu DiscoverCars. Die Plattform bündelt die Angebote von großen internationalen Ketten und etablierten kroatischen Vermietern vor Ort (wie Nova Rent a Car). Die Buchung erfolgt mit einer kleinen Anzahlung online. Wichtig für die Planung: Für die Kaution am Schalter ist eine echte Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers zwingend erforderlich. Dafür punktet das Portal mit sehr transparenten Bedingungen ohne versteckte Zusatzgebühren.
Warum die anderen Partner hier ausscheiden
Die beiden anderen Plattformen, mit denen ich sonst gute Erfahrungen gemacht habe, sind für diese spezielle Region weniger geeignet:
- Localrent (Bewertung: 4.3/5) ist eine gute Option, wenn man direkt am Flughafen Split landet und eine Kaution in bar oder mit normaler Debitkarte hinterlegen will. In der Stadt Makarska selbst haben sie allerdings keine Stationen oder Zustellungsoptionen im Angebot.
- GetRentaCar (Bewertung: 4.4/5) vermittelt vor allem Privatfahrzeuge und lokale Kleinvermieter, verfügt aber an der Makarska-Riviera über keine nennenswerte Abdeckung, sodass man hier meist leer ausgeht.
Mein Mietwagen und was er kostete
Ich entschied mich für einen grauen Suzuki Vitara, den ich für fünf Tage im Juni 2026 über DiscoverCars reservierte. Der Wagen war ideal für die steilen Bergstraßen. Insgesamt zahlte ich für den Mietzeitraum inklusive des angebotenen Vollkaskoschutzes (Full Coverage) 380 Euro, was einem fairen Tagespreis von 76 Euro entspricht. Bei der Abholung wurde eine Kaution von 600 Euro auf meiner Kreditkarte blockiert. Drei Tage nach der schadensfreien Rückgabe war der Betrag wieder freigegeben.
Preise nach Fahrzeugklasse und Saison
Die Kosten für einen Mietwagen an der Makarska-Riviera hängen stark von der Reisezeit ab. Im Juni 2026 bewegen sich die Preise für Kurzentschlossene im typischen Sommer-Niveau. Hier ist eine Übersicht für die Hauptsaison im Vergleich zur ruhigeren Nebensaison (Mai und Oktober):
- Kleinwagen (z. B. Fiat 500, Opel Corsa): Nebensaison ca. 15 bis 35 Euro/Tag | Hauptsaison ca. 40 bis 75 Euro/Tag. Kaution vor Ort: ca. 500 bis 800 Euro.
- Kompaktklasse (z. B. Renault Clio, VW Golf): Nebensaison ca. 20 bis 45 Euro/Tag | Hauptsaison ca. 50 bis 90 Euro/Tag. Kaution vor Ort: ca. 600 bis 1.000 Euro.
- Kompakt-SUV (z. B. Suzuki Vitara, VW T-Roc): Nebensaison ca. 30 bis 60 Euro/Tag | Hauptsaison ca. 70 bis 120 Euro/Tag. Kaution vor Ort: ca. 800 bis 1.200 Euro.
- Cabriolet (z. B. Fiat 500 Cabrio): Nebensaison ca. 45 bis 80 Euro/Tag | Hauptsaison ca. 80 bis 150 Euro/Tag. Kaution vor Ort: ca. 1.000 bis 1.500 Euro.
Versicherungsschutz im Detail
In Kroatien ist eine Haftpflichtversicherung (Third-Party Liability, TPL) gesetzlich vorgeschrieben und deckt Personen- und Sachschäden bei Dritten ab. Die Kaskoversicherung (CDW) mindert das finanzielle Risiko bei Schäden am eigenen Mietwagen, lässt aber fast immer eine Selbstbeteiligung offen, die der Höhe der hinterlegten Kaution entspricht.
Wer die Bergstraßen erkunden möchte, sollte bedenken, dass die Standard-CDW Schäden an Reifen, Unterboden und den Scheiben fast immer ausschließt. Angesichts von Geröll und engen Ausweichbuchten lohnt sich der Abschluss einer Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (SCDW) oder des Zusatzschutzes von DiscoverCars. Deutsche Kreditkarten mit Mietwagen-Versicherung greifen im Schadensfall zwar auch, allerdings muss man den Schaden beim Vermieter zuerst selbst bezahlen und den Betrag später daheim einreichen.
Tanken und Kraftstoffpreise
Dank staatlicher Preisgrenzen bleiben die Kraftstoffkosten im Juni 2026 in Kroatien stabil und kalkulierbar. Für einen Liter Super 95 zahlt man etwa 1,61 Euro, während Diesel bei rund 1,62 Euro pro Liter liegt. Die Tankregelung lautet bei fast allen Anbietern vor Ort „Voll-zu-Voll“. Tankstellen bekannter Marken wie INA, Petrol und Tifon sind entlang der Küstenstraße D8 gut verteilt. Vor längeren Ausflügen ins bergige Hinterland sollte man den Tank rechtzeitig füllen, da die Dichte der Stationen dort spürbar abnimmt.
Dokumente und Verkehrsregeln für deutsche Fahrer
Die Anmietung verläuft für Autofahrer aus Deutschland unkompliziert. Folgende Dokumente sind vorzulegen:
- Ein gültiger deutscher EU-Führerschein im Scheckkartenformat.
- Ein Personalausweis oder Reisepass zur Identifikation.
- Eine physische Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers (Debitkarten werden für die Kaution oft abgelehnt).
Falls ein Ausflug ins nahe Bosnien-Herzegowina geplant ist (etwa zu den Kravica-Wasserfällen oder nach Mostar), muss dies im Mietvertrag eingetragen werden. Die Anbieter erheben dafür meist eine Gebühr für den Grenzübertritt (Cross-Border Card) von 30 bis 50 Euro. An der Grenze wird zudem nach den Fahrzeugpapieren und der Versicherungskarte verlangt.
Fahrpraxis, Parken und Fallstricke vor Ort
Das größte Abenteuer an der Makarska-Riviera ist nicht das Fahren, sondern das Parken. Die Stadt Makarska betreibt ein striktes Parksystem mit drei Zonen. In der roten Zone 1 direkt an der Riva-Promenade kostet die Stunde im Sommer 4,00 Euro. Parktickets zieht man am Automaten mit Münzen oder bezahlt per SMS (was eine kroatische SIM-Karte voraussetzt). Wer die Parkzeit überschreitet oder ohne Ticket parkt, muss mit Strafzetteln von über 30 Euro rechnen. Es empfiehlt sich daher dringend, gezielt Unterkünfte zu buchen, die einen privaten Stellplatz garantieren. Die historische Altstadt ist eine reine Fußgängerzone.
Auf den Autobahnen (wie der A1) wird eine entfernungsabhängige Maut fällig. An der Einfahrtsstation zieht man ein Ticket und bezahlt bar oder mit Karte beim Verlassen der Autobahn. Die Fahrt von Split bis zur Ausfahrt Zagvozd kostet rund 3,00 Euro. Der Sveti-Ilija-Tunnel durch das Biokovo-Massiv hinab zur Küste ist dagegen mautfrei.
Die schönsten Routen ab Makarska
Mit dem eigenen Auto lassen sich die Höhepunkte der Region flexibel ansteuern:
- Die Biokovo-Panoramastraße: Die Fahrt hinauf zum Skywalk auf über 1.220 Metern Höhe ist spektakulär, verlangt aber starke Nerven. Die Straße ist extrem schmal und einspurig mit Ausweichbuchten. Ein kompakter SUV mit ausreichend Drehmoment und ein geübter Blick für den Gegenverkehr machen die Fahrt entspannter.
- Der Blaue und Rote See bei Imotski: Durch den mautfreien Tunnel fährt man in knapp 45 Minuten ins dalmatinische Hinterland. Die tiefen Einsturzkrater der Seen bieten ein beeindruckendes Bild abseits des klassischen Strandtourismus.
- Die Bucht von Brela: Eine kurze Fahrt nach Norden führt zum berühmten Strand Punta Rata mit dem markanten Brela-Stein. Wer früh morgens anreist, umgeht die Parkplatznot im Schatten der Pinienwälder.
Praktische Tipps für die Reise
- Buchen Sie vor allem für die Sommermonate Juni bis August mehrere Wochen im Voraus, um die besten Fahrzeugkategorien zu sichern.
- Wählen Sie im Zweifel lieber ein kompakteres Auto, um in den engen Gassen der Küstenorte und auf den Parkplätzen leichter rangieren zu können.
- Halten Sie für die Parkautomaten immer ausreichend Münzen bereit, da Kartenzahlungen an kleineren Stellplätzen oft nicht möglich sind.

