Die Weiten der Vereinigten Staaten lassen sich am besten mit dem Mietwagen erkunden. Ob Sie die Strände Floridas, die Route 66 oder die Nationalparks im Westen ansteuern – ohne eigenes Fahrzeug ist man dort nur eingeschränkt mobil. Hier erfahren Sie, worauf deutsche Reisende bei der Buchung und vor Ort achten müssen.
Die wichtigsten Dokumente für die Anmietung
Für Deutsche, die in den USA ein Auto mieten möchten, gelten spezifische Anforderungen. Vergewissern Sie sich, dass Sie folgende Unterlagen bei der Abholung dabeihaben:
- Gültiger nationaler Führerschein: Ihr deutscher Führerschein der Klasse B ist in den USA für Touristen in der Regel ausreichend.
- Internationaler Führerschein (empfohlen): Obwohl nicht überall gesetzlich vorgeschrieben, empfehlen wir dringend, den Internationalen Führerschein mitzuführen. Er dient als offizielle Übersetzung und erspart bei Polizeikontrollen oder Unfällen unnötige Diskussionen.
- Reisepass: Zur Identifikation.
- Kreditkarte: Diese muss auf den Hauptfahrer ausgestellt sein und wird für die Kaution zwingend benötigt. Debitkarten werden oft nicht akzeptiert.
- Voucher/Mietbestätigung: Die Buchungsunterlagen Ihres Anbieters.
Kostenübersicht: Was kostet ein Mietwagen in den USA?
Die Preise variieren stark je nach Bundesstaat, Saison und Fahrzeugklasse. Die folgenden Durchschnittspreise basieren auf einer Anmietung in Florida außerhalb der absoluten Hochsaison und dienen als Orientierung. Beachten Sie, dass die obligatorische Basisversicherung (Liability Insurance) meist im Gesamtpreis enthalten ist, zusätzliche Kasko-Versicherungen aber oft separat gebucht werden müssen.
| Fahrzeugtyp | Durchschnittspreis pro Tag (Nebensaison) |
|---|---|
| Economy (z.B. Chevrolet Spark) | ab 35 USD/Tag (ca. 32 EUR/Tag) |
| Midsize SUV (z.B. Toyota RAV4) | ab 55 USD/Tag (ca. 50 EUR/Tag) |
| Fullsize Sedan (z.B. Chrysler 300) | ab 45 USD/Tag (ca. 41 EUR/Tag) |
| Minivan (z.B. Dodge Caravan) | ab 70 USD/Tag (ca. 64 EUR/Tag) |
Wichtig zur Kaution: Die Mietstation wird eine Kaution auf Ihrer Kreditkarte blockieren, um eventuelle Schäden, verspätete Rückgaben oder Tankgebühren abzudecken. Diese Höhe kann je nach Bundesstaat und Unternehmen zwischen 200 US-Dollar und 500 US-Dollar (ca. 180 Euro bis 450 Euro) liegen.
Die richtige Versicherung in den USA

Das amerikanische Versicherungssystem unterscheidet sich grundlegend vom deutschen. Die gesetzliche Mindestdeckung (Third Party Liability) ist in vielen Bundesstaaten extrem niedrig und oft nicht ausreichend, um bei einem schweren Unfall alle Kosten zu decken.
Als deutscher Reisender sollten Sie immer einen Tarif wählen, der folgende Deckungen beinhaltet:
- Vollkaskoschutz/CDW (Collision Damage Waiver): Deckt Schäden am Mietwagen ab. Achten Sie darauf, dass die Selbstbeteiligung eliminiert oder auf null reduziert ist (Zero Deductible).
- Erweiterte Haftpflicht/LIS (Supplementary Liability Insurance): Dies ist der wichtigste Punkt! Da die gesetzliche Mindestdeckung in den USA oft nur bei 10.000 oder 25.000 US-Dollar (ca. 9.100 Euro oder 22.750 Euro) liegt, brauchen Sie eine Aufstockung auf mindestens 1 Million US-Dollar (ca. 910.000 Euro). Viele deutsche Vermittler bieten diese Aufstockung standardmäßig an.
Tipp: Prüfen Sie vor der Buchung, ob Ihr Mietvertrag eine ausreichende Million-Dollar-Haftpflicht (LIS) einschließt. Wenn Sie den Wagen erst vor Ort versichern müssen, wird dies in US-Dollar extrem teuer.
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Altersbestimmungen und Jungfahrergebühren
Das Mindestalter für die Anmietung liegt in den meisten Bundesstaaten bei 21 Jahren. Wer jünger ist, kann oft nicht mieten. Fahrer zwischen 21 und 24 Jahren gelten als Jungfahrer (Underage Drivers) und müssen in der Regel eine tägliche Jungfahrergebühr bezahlen.
Diese Gebühren sind hoch und variieren je nach Vermieter und Bundesstaat. Rechnen Sie mit 25 USD bis 45 USD pro Tag (ca. 23 EUR bis 41 EUR pro Tag).
Ausnahme: In New York und Michigan liegt das Mindestalter für die Anmietung bei 18 Jahren, wobei aber auch hier hohe Jungfahrergebühren anfallen.
Fahren in den USA: Verkehrsregeln und Besonderheiten

Die Verkehrsregeln weichen teilweise stark von den europäischen Vorschriften ab. Besondere Aufmerksamkeit sollten Sie folgenden Punkten schenken:
- Rechts abbiegen bei Rot (Right Turn on Red): In den meisten Bundesstaaten (außer z.B. New York City) ist es erlaubt, nach vollständigem Halt und unter Berücksichtigung des Querverkehrs selbst bei roter Ampel rechts abzubiegen.
- Geschwindigkeitsbegrenzungen: Diese werden in Meilen pro Stunde (mph) angegeben. Die zulässigen Geschwindigkeiten sind im Vergleich zu Deutschland moderat. Auf Interstates (Autobahnen) liegen sie meist zwischen 65 mph und 75 mph (ca. 105 km/h bis 120 km/h).
- Passing School Busses: Hält ein gelber Schulbus mit eingeschalteten roten Blinklichtern an, müssen alle Fahrspuren, die sich in die gleiche oder die entgegengesetzte Richtung bewegen, halten.
- Polizeikontrollen: Wird Ihnen signalisiert anzuhalten, bleiben Sie im Fahrzeug, schalten Sie den Motor ab, legen Sie die Hände sichtbar auf das Lenkrad und warten Sie auf Anweisungen. Das Aussteigen wird als Bedrohung gewertet.
Tolle Routen und Reiseziele
Die USA sind der Inbegriff des Roadtrips. Mit Ihrem Mietwagen stehen Ihnen unzählige Möglichkeiten offen. Hier einige beliebte Routen für deutsche Touristen:
- Florida Keys: Eine malerische Fahrt über den Overseas Highway von Miami nach Key West.
- Westküsten-Rundreise: Los Angeles, San Francisco, Las Vegas und die Nationalparks wie der Grand Canyon, Yosemite und Zion.
- Ostküsten-Erkundung: Die Strecke von Boston über New York bis nach Washington D.C.
Der Zustand der Straßen in den USA ist auf den Hauptverkehrsrouten ausgezeichnet. In ländlichen Gebieten oder Nationalparks können die Straßen aber unbefestigt sein; hier empfiehlt sich ein SUV.
Tanken und Treibstoff
In den USA wird Benzin (Gasoline) in Gallonen gemessen. Eine Gallone entspricht etwa 3,78 Liter.
- Oft heißt es Self-Service: Sie müssen in der Regel zuerst die Zapfsäule mit Ihrer Kreditkarte freischalten (was ausländische Karten manchmal ablehnen) oder im Kassenhäuschen (Mini-Mart) einen bestimmten Betrag vorauszahlen, bevor Sie tanken können.
- Benzinsorten: Meist gibt es drei Sorten: Regular, Midgrade und Premium. Für die meisten Mietwagen reicht Regular aus.
Cost-Saving Tipp: Buchen Sie möglichst die Option Full-to-Full (voll abholen, voll zurückgeben), um die teuren Servicegebühren der Vermieter für die erste Tankfüllung zu vermeiden.

